Die Entscheidung der Deutschen Messe AG die Hannover Messe auf den Juli zu verschieben, ist verantwortungsvoll getroffen und zweifelsohne richtig. Der Schutz und die Gesundheit der Menschen müssen oberste Priorität haben. Dies ist einhelliger Tenor und daran darf in keinem Fall gerüttelt werden.

In dieser schwierigen Situation müssen wir nun zusammenstehen und Hannover als Messe-, Kongress- und Veranstaltungsort aktiv verteidigen. Hier ist insbesondere die Hannover Marketing & Tourismus GmbH (HMTG) mit ihrem Geschäftsführer Hans Nolte gefragt, kurz- und mittelfristige Vorschläge zu erarbeiten. Auch im Hinblick auf das auslaufende Projekt ‚Hannover Convention Bureau‘ müssen wir uns verstärkt Gedanken machen, wie wir Tagungen, Kongresse und Events in diesem Jahr vermarkten können. Es gilt hier die Vertriebswege auszubauen und Marketingaktivitäten zu steigern. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Region Hannover jährlich rund 2,7 Milliarden Euro Wertschöpfung im Bereich des privaten und geschäftlichen Tourismus generiert. Damit sind ca. 40.000 Arbeitsplätze direkt verbunden.

Aber auch kurzfristig müssen wir unseren Gewerbetreibenden unter die Arme greifen. Die Verschiebung der Hannover Messe hat erhebliche Auswirkungen auf diverse Unternehmen unserer lokalen Wirtschaft. Bereits viele Branchen, wie beispielsweise Hotellerie, Taxigewerbe, Speditionen, Messebauer sowie Gastronomie- und Cateringunternehmen haben mit den Einnahmen durch die Messe kalkuliert und bleiben nun mitunter auf den veranschlagten, erhöhten Personal- und Materialkosten sitzen. Es gilt, ihnen kurzfristig zu helfen und ihre Sorgen und Nöte in dieser Situation ernst zu nehmen.

Darum erwarte ich vom Oberbürgermeister, dass er kurzfristig reagiert. Möglich wäre die Einrichtung eines Runden Tisches mit Branchenvertretern, wie unter anderem der DEHOGA, der Citygemeinschaft, Vertretern des Transportwesens, und anderen sowie der HMTG und der Hannover Impuls. Wir sollten nun aktiv auf die betroffenen Branchen zugehen und erfahren, wie wir kurzfristig unterstützen können. Wir dürfen unsere lokale Wirtschaft und deren Beschäftigte jetzt nicht mit den zum Teil massiven Folgen alleine lassen. Es sind nun kreative Lösungen zur Stärkung des hannoverschen Mittelstands gefragt. Dabei darf sich auch das Land nicht aus der Verantwortung ziehen. So erwarte ich von der Landesregierung, dass sie den Gewerbetreibenden zur Seite steht und mögliche Schritte, wie beispielsweise Steuervergünstigungen, Sonderabschreibungen sowie weitere Subventionsmöglichkeiten prüft.

Wir müssen in dieser schweren Situation nun zusammenstehen und unserer lokalen Wirtschaft Rückendeckung geben; auf dass wir die Hannover Messe dann gemeinsam im Juli zum Erfolg führen können.